Ein technischer Indikator ist eine Reihe von Datenpunkten und wird zur Kursprognose von Währungen verwendet. Hier sind die bekanntesten, im Devisenhandel eingesetzten technischen Indikatoren aufgelistet. Außerdem wird erklärt, wie Sie einen auf Ihre Bedürfnisse abgestimmten technischen Indikator erstellen.
Relative-Stärke-Index (RSI)
Stochastischer Oszillator
Konvergenz und Divergenz zum gleitenden Durchschnitt (MACD)
Zahlentheorie
Wellen
Lücken
Trends
Chartformationen
Relative-Stärke-Index (RSI):
Dieser an den Devisenmärkten beliebte Index misst das Verhältnis von Aufwärts- gegenüber Abwärtsbewegungen und vereinheitlicht die Berechnung, sodass der Indexstand auf einer Spanne von 0 bis 100 ausgedrückt werden kann. Liegt der RSI bei 70 Punkten oder darüber, gilt das Anlageinstrument als überkauft. Das heißt, der Kurs ist stärker gestiegen, als der Markt erwartet hat. Ein RSI von 30 oder weniger signalisiert, dass das Instrument möglicherweise überverkauft ist. Das heißt, der Kurs ist stärker gefallen, als der Markt erwartet hat.
(cliquez sur le graphique pour l'agrandir)
Stochastischer Oszillator:
Mit dem stochastischen Oszillator wird eine über-/verkaufte Situation am Markt auf einer Skala von 0-100% ausgedrückt. Der Indikator beruht auf der Beobachtung, dass in einem ausgeprägten Aufwärtstrend die Schlusskurse während bestimmter Zeitabschnitte tendenziell im oberen Bereich der Spanne angesiedelt sind. Umgekehrt sind die Schlusskurse in einem Abwärtstrend in der Nähe des Tiefs einer Spanne konzentriert.
Stochastische Berechnungen ergeben die zwei Linien %K und %D und stellen die überkauften bzw. überverkauften Bereiche eines Charts dar. Die Divergenz zwischen den stochastischen Linien und der Kursentwicklung der entsprechenden Instrumente sendet ein deutliches Handelssignal.

Konvergenz und Divergenz vom gleitenden Durchschnitt (MACD):
Bei diesem Indikator werden zwei Momentumkurven grafisch dargestellt. Die MACD-Kurve ist die Differenz zwischen zwei exponentiellen gleitenden Durchschnittswerten und der Signal- oder Trigger-Kurve, die ihrerseits ein exponentieller gleitender Durchschnittswert dieser Differenz ist. Überschneiden sich MACD-Kurve und Trigger-Kurve, gilt dies als Signal, dass eine Trendwende am Markt wahrscheinlich ist.

Zahlentheorie
Fibonacci-Zahlen:
Bei der Fibonacci-Zahlenfolge (1,1,2,3,5,8,13,21,34…..) erhält man durch Addieren der letzten zwei Zahlen die nächste Zahl. Die nächste Zahl ist dabei stets um 62% größer als die letzte. 62 ist eine beliebte Zahl für das so genannte Fibonacci Retracement (Zurückverfolgung). Der Umkehrwert von 62% ist 38% und wird ebenfalls als Fibonacci Retracement Zahl verwendet (wird bei der Elliott-Wellentheorie angewendet, vgl. unten).
Gann-Zahlen:
W.D. Gann war ein Aktien- und Rohstoffhändler in den 1950er Jahren und soll im Handel angeblich über 50 Mio. US-Dollar verdient haben. Sein Vermögen machte er mit selbst entwickelten Methoden zum Handel von Instrumenten anhand der Beziehungen zwischen Kursbewegung und Zeitspanne, die heute als Zeit/Kurs-Äquivalente bekannt sind. Einfach erklären lassen sich Ganns Methoden nicht. Er verwendete Winkel zur Ortung von Unterstützungs- und Widerstandsbereichen und zur Bestimmung der Zeitpunkte künftiger Trendänderungen. Ferner nutzte er Kurven in Charts zur Prognose künftiger Unterstützungs- und Widerstandsbereiche.

Wellen
Elliott-Wellentheorie:
Bei der Elliott-Wellentheorie beruht die Marktanalyse auf sich wiederholenden Wellenmustern und der Fibonacci-Zahlenfolge. In einem idealen Elliott-Wellenmuster folgt auf einen Anstieg in fünf Wellen ein Rückgang in drei Wellen.

Lücken
Lücken sind leere Stellen in einem Kerzenchart, wo kein Handel stattgefunden hat.
- Eine Aufwärtslücke kommt dann vor, wenn der tiefste Kurs an einem Handelstag über dem Höchstkurs des Vortags liegt.
- Eine Abwärtslücke entsteht, wenn der Tageshöchstkurs unter dem tiefsten Kurs des Vortags liegt. Eine Aufwärtslücke signalisiert normalerweise Marktstärke, während eine Abwärtslücke auf einen schwachen Markt schließen lässt.
- Eine Ausbruchslücke ergibt sich beim Abschluss eines ausgeprägten Kursmusters und signalisiert normalerweise den Beginn einer neuen kräftigen Kursbewegung.
- Eine Fortsetzungslücke ist eine Kurslücke, die üblicherweise zur Mitte eines starken Markttrends auftritt und wird daher auch als messbare Lücke bezeichnet.
- Erschöpfungslücken signalisieren das Ende eines ausgeprägten Kurstrends.
Trends
Mit Trend bezeichnet man die Kursrichtung. Steigende Hochs und Tiefs signalisieren einen Aufwärtstrend, fallende Hochs und Tiefs einen Abwärtstrend. Die Bewegung insgesamt definiert, wie steil der Trend ausfällt. Der Ausbruch aus einer Trendlinie signalisiert normalerweise eine Trendumkehr. Eine Handelsspanne wird durch horizontale Hochs und Tiefs dargestellt.
Gleitende Durchschnittswerte werden zur Glättung von Kursinformationen und Identifizierung von Trends und Unterstützungs- und Widerstandsniveaus benutzt. Auch können Sie als Entscheidungshilfe bei der Wahl einer Handelsstrategie dienen. Dies trifft besonders für den Futures-Handel oder einen Markt mit ausgeprägtem Auf- oder Abwärtstrend zu.
Bei einem einfachen gleitenden Durchschnitt wird der Durchschnittskurs über eine bestimmte Anzahl Tage berechnet. Jeden Tag wird der älteste Kurs aus dem Durchschnitt entfernt und durch den aktuellen Kurs ersetzt. Der Durchschnitt verändert sich daher täglich. Bei exponentiellen oder gewichteten gleitenden Durchschnittswerten kommt der gleiche Ansatz zum Zug. Doch wird der älteste Kurs am wenigsten, der aktuelle Kurs am stärksten gewichtet.
Chartformationen
Beispiele für Chartformationen: (Dreiecke, Rechtecke, Kopf und Schultern):



