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Risikoaversion bewegt Märkte erneut
Gestrige Neuigkeiten und Ereignisse:

Anscheinend wird das Vertrauen der Anleger in die v-förmige Erholung inzwischen ernsthaft in Frage gestellt. Nicht nur von den gemischten Wirtschaftsdaten, sondern auch von dem Scheitern der Märkte (einschließlich dem Devisenmarkt), Hochs zur Aufrechterhaltung der bullischen Dynamik auszuheben. Letzte Woche fielen sowohl die US-Einzelhandelsumsätze als auch der Verbrauchervertrauensindex der University of Michigan niedriger als die optimistische Konsensprognose aus. Diese Meldungen liefen den zuvor veröffentlichten, ermutigenden BIP-Daten der Eurozone entgegen. Die Übernahme der Kontrolle über die Colonial Bank durch die US-Aufsichtsbehörden (die 77.-te Bankinsolvenz in den USA dieses Jahr – WSJ) dämpfte die Anlegerstimmung ebenfalls. Der USD und der JPY schnitten gut ab, weil riskante Anlagen auf breiter Front verkauft wurden. Die asiatischen Aktienindizes gingen deutlich zurück; der Shanghai-Index gab um -5,78% nach. Interessanterweise waren die Spekulationen über eine Erholung größtenteils auf die besseren Aktienmärkte zurückzuführen. Die Aktienmärkte werden gerne als Frühindikator herangezogen; wir jedoch sorgen uns, dass ihre bullische Dynamik mehr für heimatloses Kapital als für eine Outputexpansion spricht. GBPUSD geriet heute unter erheblichen Verkaufsdruck und hat im europäischen Handel die ausschlaggebende Trendlinien-Unterstützung bei 1,6455 durchbrochen und ist dann rasch unter das Tief von letzter Woche von 1,6392 gesackt. Nebenbei bemerkt wiesen die jüngsten Daten der CFTC zu Positionen (Woche vom 11. August) die Glattstellung von USD-Short-Positionen auf (größte Aufhebung gegenüber CHF und EUR). Vielleicht handelt es sich um wegweisende Indikatoren, dass sich die Händler auf den „doppelten Rückgang“ vorbereiten. Unsere Prognose für den Risikoappetit ist leicht negativ, insbesondere aufgrund des technischen Grunds, dass das Scheitern am Schlüsselwiderstand oft zu einer Trendumkehr führt. Interessanterweise blieben die Positionen von Rohstoffwährungen relativ unverändert, da sie weiterhin als eine der beliebtesten Positionen gelten. Zu den Wirtschaftsdaten: Die vorläufigen Angaben zum japanischen BIP im 2. Quartal wiesen ein Wirtschaftswachstum von 0,9% im Vorquartalsvergleich anstatt der prognostizierten 1,0% auf. Dieses positive Ergebnis setzt den 4 aufeinanderfolgenden Quartalen negativen Wachstums ein Ende. Zudem war die Expansion exportgesteuert: Die Nettoexporte trugen 1,6% zum Wachstum im Vorquartalsvergleich bei. Die Daten diese Woche werden ein klareres Bild der Wirtschaftsperformance zeichnen, das entweder die Meinung der Anleger ändern und Aktien, Rohstoffen und Hochzinswährungen Auftrieb verleihen könnte oder eine Fortsetzung der Risikoaversion herbeiführen wird. Das Augenmerk wird liegen auf: dem heute bereits veröffentlichten US-Index für das Verarbeitende Gewerbe, den Inflationsdaten der Eurozone, den USA und Kanada, dem Verbrauchervertrauen in Deutschland und den US-Verkäufen von Eigenheimen.

Forex-Chart

Wichtigste Themen heute (Zeit in GMT):

07:15 CHF Bereinigte reale Einzelhandelsumsätze (Vorjahresvergleich), Juni, in %, zuletzt -1,4
08:00 NOK Handelsbilanz, Juni, in Mrd. NOK, Prognose von 22,4
09:00 EUR Handelsbilanz (saisonbereinigt), März, zuletzt € 0,8 Mrd.
12:30 USD Empire-State-Index für das Verarbeitende Gewerbe, Juli, Prognose von 2,00, zuvor -0,55
13:00 USD Langfristige Nettokapitalzuflüsse, Juni, in Mrd. $, zuletzt -19,8
17:00 USD NAHB Hausmarktindex, August, Prognose von 18, zuvor 17


Risiken heute:

EurUsd Der 10-Tages-Abwärtstrend kam am Freitag-Nachmittag ins Spiel: Verkäufer traten scharenweise bei 1,4306 auf und das Paar ruht jetzt auf der Unterstützung bei 1,4090/35. Die letzte, von den Bullen zu verteidigende Marke in diesem Umfeld ist der untere 5-Monats-Aufwärtskanal bei 1,4010/34. Ein Scheitern hier stellt den Anfang einer signifikanten USD-Stärke dar. Widerstand oberhalb von 1,4178/90 und dann die üblichen Marken bei 1,424 gefolgt vom 10-Tages-Abwärtstrend. Ein interessanter Punkt ist, dass der RSI auf 60-Minuten-Basis wahrscheinlich die neuen Tiefs im Umfeld der 30-er Marke durchbrechen wird. Tritt dies zusammen mit Notierungen unter 1,4100 ein, dürften wichtige Stops ausgelöst werden und das Antesten des 5-Monats-Aufwärtstrends unmittelbar bevorstehen.

GbpUsd Das Paar zeigt auf dem Tageschart bei 1,6347 einen 6-Monats-Aufwärtskanal zusammen mit einer massiven Unterstützungslinie darunter bei 1,6272. Die stochastischen Tagesindikatoren sind überkauft und der RSI steht bei 41 (über 40 gilt als bullisch). Daher ist bei diesen Notierungen mit Long-Interesse und 1,6663 als Ziel zu rechnen.

UsdJpy Wie vermutet ist der 5-Wochen-Aufwärtstrend endgültig vorbei und jetzt müssen sich die Verkäufer mit der Unterstützung bei 94,45 begnügen. Eine etwaige Schwäche hier erscheint gefährlich, weil die nächste Marke erst bei 93,86 greift. Der Abwärtstrend bei 95,85 dürfte jeglicher Aufwärtsbewegung Einhalt gebieten.

UsdChf Die am Freitag vorgestellte Handelstheorie lag nur knapp daneben. Unser Long-Stop bei 1,0670 wurde nur um 1,5 Pips überboten und das Ziel von 1,0764 wurde heute im frühen Handel erreicht. Das Paar ist inzwischen aus dem 5-Tages-Abwärtstrend ausgebrochen. Jetzt ist die Marke von 1,0797 die nächste Herausforderung, aber intraday wird diese Notierung beim ersten Versuch vermutlich Short-Verkäufer anziehen, mit 1,0739 als Ziel. Jeglicher Notierung darüber wird vom Widerstand bei 1,0844 und 1,0891 begegnet werden.

Resistance and Support:

EURUSD GBPUSD USDJPY USDCHF
1.4320 1.6830 97.50 1.0940
1.4240 1.6663 96.80 1.0891
1.4178 1.6500 95.85 1.0844
1.4095 1.6312 94.59 1.0800
1.4080 1.6272 94.45 1.0797
1.4010 1.5980 93.86 1.0739
1.3950 1.5790 93.10 1.0670
S: Stark, M: Klein, T: Trendlinie, K: entscheidende Marke, P: Pivot-Punkt


 

 
 
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